Veranstaltungen und Weiterbildung Frauen in MINT - Neue Chancen für weibliche Flüchtlinge. Sommeruniversitäten im Ingenieurwesen an der Hochschule Koblenz

Das Projekt ist zum 31.12. 2019 erfolgreich ausgelaufen. Für Fragen kontaktieren Sie bitte Yvonne Wilke als Leiterin des Gleichstellungsbüros.

 

In den Jahren 2017, 2018 und 2019 hat die Hochschule Koblenz eine Sommeruniversität für weibliche Flüchtlinge angeboten. Das Vorhaben wurde unter dem Titel „Frauen in MINT – Neue Chancen für weibliche Flüchtlinge. Sommeruniversitäten im Ingenieurwesen an der Hochschule Koblenz“ geführt. Ziel des Vorhabens war es, dem prognostizierten Fachkräftemangel in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit entgegenzuwirken. Die Sommeruniversität sollte geflüchteten Frauen einen Einstieg in ein Studium ingenieurwissenschaftlicher Fachrichtungen erleichtern. 

Voraussetzung für die Teilnahme war ein anerkannter Aufenthaltsstatus. Die Teilnehmerinnen sollten zwischen 18 und 35 Jahre alt und mit der deutschen Sprache so vertraut sein, dass sie aktiv im Fachunterricht mitmachen konnten. Auch war der Abschluss eines Abiturs oder einer ähnlichen, im Ausland erworbenen, Hochschulzugangsberechtigung von Nöten. Nicht vorausgesetzt wurde spezielles fachliches Vorwissen.

Während der Sommersemesterferien hat die Hochschule Koblenz die räumlichen und personellen Kapazitäten genutzt und jeweils eine 3-wöchige Vorlesungs- und Kursphase für die Teilnehmerinnen angeboten. Diese Kursphase wurde durch einen Stundenplan strukturiert, der viele Module beinhaltete, die ein Ingenieurwissenschaftliches Studium in der Regel ausmachen. 

Bei der Organisation des Stundenplans wurde Wert darauf gelegt, dass die vier Bereiche 1.) „Vorlesungen“, 2.) „Praktikum im Labor“, 3.) „Erlangung interkultureller Kompetenzen“ und 4.) „Klärung finanzieller und weiterer hochschulspezifischer Angelegenheiten“ ausreichend abgedeckt wurden. Ein Stundenplan des Jahres 2018 kann hier eingesehen werden. 

Der Unterricht umfasste z.B. Mathematik und Physik für Ingenieurinnen und Ingenieure, Einführung ins Programmieren, Vorlesungen in den Fachbereichen Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Mechatronik und Maschinenbau. Die Praktika wurden in verschiedenen Laboren absolviert, unter anderem zu den Themen Löten, Robotik und Photovoltaik. Zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen gehörten die Kurse Zeitmanagement, Bewerbungstraining und deutsche Kultur und Sprache. Sowohl der AStA der Hochschule Koblenz als auch der Deutsche Ingenieurinnen Bund (DIB) bot den Teilnehmerinnen Anregungen und Hilfestellung zu Fragen der Finanzierung und zu Studienmöglichkeiten für Geflüchtete. 

Bei allen drei Projektdurchläufen fand nach der Vorlesungs- und Kursphase eine 3-wöchige Praxisphase in einem Unternehmen statt, bei der einige der Teilnehmerinnen ein Praktikum machten. Bestenfalls sollten die Teilnehmerinnen die Praxisphase in ihrem gewünschten Bereich absolvieren: eine Maschinenbau-Interessentin durchlief z.B. ein Praktikum in einem Unternehmen für Produktionsanlagen. 

Die Vermittlung der Praxisphasen-Stellen sowie auch die Organisation einer Unterkunft (bei Teilnehmerinnen aus anderen Städten und Regionen) und der An- und Abfahrten wurden vom Gleichstellungsbüro getätigt. Auch die Planung der Kinderbetreuung während der Vorlesungszeit und die Anmeldung der Verpflegung durch die Mensa gehörten zu den Aufgaben der Projektkoordination. 

Während aller drei Projektdurchgänge begleiteten arabisch-sprechende Studentinnen der MINT-Fächer der Hochschule Koblenz die Teilnehmerinnen als Mentorinnen. Dadurch sanken nicht nur sprachliche Barrieren; die Mentorinnen fungierten vielmehr als enge Begleiterinnen der geflüchteten Frauen während und zum Teil auch noch nach Ende der Sommerunis. 
Auf diese Weise entstand ein Netzwerk zwischen den Teilnehmerinnen und den Mentorinnen. 
Ein besonderes Beispiel ist eine junge Frau, die im ersten Durchgang der Sommeruni als Teilnehmerin dabei war, im Anschluss ein Bauingenieurwissenschaftliches Studium an der Hochschule begann und im dritten Projektdurchlauf selbst als Mentorin anderen Sommeruni-Teilnehmerinnen zur Seite stand. 

Die Resonanz aller drei Sommeruniversitäten (2017, 2018 und 2019) war durchweg positiv. Die Lehrenden und Referierenden der Vorlesungs- und Kursphase berichteten über ein großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen, sowohl für die MINT-Fächer der Hochschule als auch für eine anschließende berufliche Tätigkeit in Deutschland. 
Die Unternehmen meldeten großes Engagement zurück, welches sie bei den Frauen erkannten. 
Die Teilnehmerinnen selbst gaben über die Evaluierungen des Projektes die Rückmeldung, dass die Teilnahme an der Sommeruni sehr bereichernd für sie war; viele von ihnen wünschten sich den Beginn eines MINT-Studiums. 

Jeder der Durchgänge endete mit einem gemeinsamen Abschiedsfest mit allen Teilnehmerinnen, Mentorinnen, Mitarbeitenden des Gleichstellungsbüros, Lehrenden und Beteiligten. Die Teilnahme an der Sommeruni wurde mit einem Zertifikat honoriert, das den Frauen am Ende der Kursphase überreicht wurde. 

Zum Abschluss des dreijährigen Projektes wurde ein Film produziert und eine Broschüre veröffentlicht. 
Interessierte können sich gerne bei der Leiterin des Gleichstellungsbüros, Yvonne Wilke oder der Stellvertretenden Leiterin, Julia Willers melden. 

Ein besonderer Dank gilt dem BMBF für die Finanzierung des Projektes (01FP1622), dem DLR als Projektträger sowie allen Personen, die zum Erfolg des Projektes beigetragen haben. 
 

Kontakt

Yvonne Wilke

RheinMoselCampus, Koblenz
Raum:HU22
E-Mail:wilke
Tel.:0261 9528 564

Das dieser Website zugrunde liegende Vorhaben "Frauen in MINT - Neue Chancen für weibliche Flüchtlinge. Sommeruniversitäten im Ingenieurwesen an der Hochschule Koblenz" wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1622 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Website liegt bei der Leitung des Gleichstellungsbüros der Hochschule Koblenz.