Presse PreisträgerInnen des Ideenwettbewerbs Rheinland-Pfalz 2018 gekürt

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Eine Idee ist die Basis einer jeden Innovation – aber nur, wenn sie auch den Weg aus der Schublade findet. Für den Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz haben wieder zahlreiche potenzielle Gründerinnen und Gründer den Schritt gewagt und spannende wie auch innovative Konzepte eingereicht. In Anwesenheit zahlreicher Stifter und Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden im Zentrum für Ernährung und Gesundheit der Handwerkskammer Koblenz die zwölf innovativsten Ideen der diesjährigen Ausschreibung prämiert. Die Regionalpreise Trier hatte bereits einige Tage zuvor Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Trier übergeben.

  • Übergabe der Preise in Trier. Von links: Jeanette Spanier (1. Platz Scaffeye), Oberbürgermeister der Stadt Trier Wolfram Leibe, MP Malu Dreyer, Manus Leyendecker (2. Platz Freilauf), Vanessa Hoff (3. Platz Interaktives Storytelling), Prof. Dr. Jörn Block. (Foto: Universität Trier)

  • Preisverleihung in Koblenz (Fotos: Nicole Bouillon Fotografie).

  • Preisverleihung in Koblenz (Fotos: Nicole Bouillon Fotografie).

Der von der Hochschule Koblenz mitbegründete Wettbewerb ist Teil der Gründungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz, das mit vielen Projekten und Veranstaltungen ein attraktiveres Gründungsklima in Rheinland-Pfalz schaffen möchte. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, Alexander Baden, eröffnete die feierliche Veranstaltung, gemeinsam mit Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Schmitt und dem Vizepräsidenten für Forschung der Hochschule Koblenz, Prof. Dr. Dietrich Holz.

Staatssekretärin Daniela Schmitt gratulierte den Preisträgern sehr herzlich und wies in ihrer Ansprache auf die hohe Bedeutung von Gründungen für die rheinland-pfälzische Wirtschaft hin: „Die heute ausgezeichneten Ideen zeigen eindrücklich das große Potenzial an Innovation, Ideenreichtum und Unternehmergeist in Rheinland-Pfalz. Der Ideenwettbewerb trägt dazu bei, Gründungsbereitschaft zu wecken. Wir brauchen immer wieder Menschen, die Ideen entwickeln und sie auch in Unternehmensgründungen umsetzen. Schließlich treiben Gründungen die Wirtschaft voran: sie bringen neue Produkte, Dienstleistungen oder Produktionsverfahren auf den Markt, nutzen Marktlücken oder entwickeln völlig neue Märkte. Deshalb unterstützen wir Existenzgründer und schaffen die richtigen Rahmenbedingungen für junge Unternehmen. Sie machen Rheinland-Pfalz zu einem dynamischen Wirtschaftsstandort.“

Nach der Preisverleihung nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, sich im Rahmen der Poster- und Prototypenausstellung ausführlich über die neuen Geschäftsideen zu informieren. Über die Geldpreise hinaus erwarten die Preisträgerinnen und Preisträger professionelle Coaching- und Beratungsangebote zur möglichen Existenzgründung. „Denn die beste Idee bleibt fruchtlos, wenn sie an der Umsetzung scheitert. Marktstudien, Investorensuche, Prototypenbau - in der Realisierung einer Geschäftsidee steckt viel Know-how und harte Arbeit“, weiß Prof. Dr. Martin Kaschny vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz, der den Ideenwettbewerb mit Raphael Dupierry von der Abteilung Forschung & Transfer der Hochschule Koblenz leitet und begründet hat. Positiv falle auf, dass das Thema Gründung immer häufiger schon in den Schulen gelehrt wird: „Ganz besonders freuen wir uns über die zunehmende Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Im Trend liegen dieses Jahr vor allem kreative technische Entwicklungen, verknüpft mit raffinierten Applikationen“, so Dupierry. Für die Jury dürfte die Auswahl unter den 117 kreativen Ideen nicht leicht gewesen sein.

Auf Platz eins landete in diesem Jahr ein integrierter Sonohämatom- und Sonothrombolyse-Katheter für minimal-invasive Therapie von Hirnblutungen. Dr. Naureen Keric und Dr. Julia Masomi aus der Neurochirugie der Universitätsmedizin Mainz und Prof. Dr. Alf Giese entwickelten diese neue Therapie, mit der sie gleichzeitig auch den neu ausgelobten Regionalpreis Mainz gewinnen konnten. Die Zweitplatzierung erreichten in diesem Jahr zwei Teilnehmer: Pascal Klos aus Mettlach mit der Idee eines neuen Fehlerdiagnosemoduls für KFZ-Werkstätten und ein Team der Technischen Universität Kaiserslautern mit dem mobilen Computerspiel „jumpBALL“, das der Thromboseprophylaxe dient. Über den dritten Platz freut sich Hans-Peter Strunk aus Boppard, der Seegras als unbrennbares, biologisches Produkt für einen perfekten Gebäudebrandschutz ins Spiel bringt und damit nicht zum ersten Mal mit einer Innovation auf sich aufmerksam macht.

Neben der Prämierung der vier besten Ideen konnten Schülerinnen und Schüler vier Nachwuchssonderpreise gewinnen, die von der Marienhaus Dienstleistungen GmbH ausgelobt wurden. Franzis Merz, Lucas Kaiser und Nils Knöringer wurden für ihre dynamische Orthese für Menschen mit einer Fußheberschwäche ausgezeichnet, die es den Erkrankten ermöglicht normal zu laufen. Sophia Wagner und Milan Unterfenger entwickelten die Gyro Tasse, mithilfe derer Menschen mit Parkinson trinken können, ohne Flüssigkeit zu verschütten. Melvin Kaltenbach und Manuel Müller brachten ein Sensorenbett für Senioren an den Start, das Pflegefachkräften die Arbeit erleichtert, indem es an das regelmäßige Umlagern erinnert und so das Wundliegen bettlägeriger Menschen vermeidet. Finn Götze und Atakan Söylemenz traten mit einem High-Tech-Rollator an, der es älteren Menschen ermöglicht, sich sicherer zu bewegen und Hürden wie Bordsteine leichter zu überwinden. Der Betreuer der Schüler AG Jugend forscht in Neustadt an der Weinstraße, Sergej Buragin, dessen Schülerinnen und Schüler drei der vier Preise für sich gewinnen konnten, wurde für sein besonderes Engagement geehrt.

Das TechnologieZentrum Koblenz und die startupfactory lobten darüber hinaus einen Startup Sonderpreis aus, den José Ortiz und Christoph Ehlen aus Koblenz mit ihrer Idee „hilp.io“ gewannen, einer neuen Plattform für Hardware- und Softwaretests. Für ihre Idee erhielten die Gründer gleichzeitig auch den Regionalpreis Koblenz, der ebenso wie die Regionalpreise Mainz, Kaiserslautern und Trier in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt wurde. Der Regionalpreis Kaiserslautern ging an Jonas Mannweiler ebenfalls aus Neustadt an der Weinstraße. Mit der Idee einer Löschdrohne, die Feuer mit Schallwellen löscht, überzeugte er die ortsansässige Jury. Für den Regionalpreis Trier wurden drei Plätze vergeben. Den ersten Platz konnten Jeanette Spanier und Herbert Spanier aus Longuich mit SCAFFEYE erringen, einer digitalen Komplettlösung für Gerüstbauunternehmen. Platz zwei belegte Manus Leyendecker aus Piesport mit seinem patentierten Duschabfluss FREILAUF, der Haaren keine Möglichkeit bietet, sich festzusetzen. Den dritten Platz erreichte Vanessa Hoff aus Trier mit einem interaktiven Lernspiel für Kinder, das durch Storytelling motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten von Kindern im Alter von acht bis elf Jahren fördert.

Auch die nächste Bewerbungsrunde ab Mitte November ermöglicht Unternehmen, Schülerinnen und Schülern, Studierenden und allen anderen Rheinland-Pfälzern, sich mit kreativen Ideen für innovative Produkte, neuartige Dienstleistungen und Verfahren zu beteiligen.

Interessierte finden Informationen auf der Homepage unter www.ideenwettbewerb-rlp.de oder auf der Facebookseite des Ideenwettbewerbs.