Presse Forschungsergebnisse der Hochschule Koblenz sagen aus: E-Learning muss flexibler werden

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Wie hoch sollte der prozentuale Anteil der Präsenzzeit sein? Diese Frage stellte die Hochschule Koblenz einer Gruppe von Teilnehmern, die im Sommersemester 2017 an zwei Pilotkursen teilgenommen hatten. Das Bildungsangebot aus dem Bereich der Versicherungswirtschaft richtete sich an „nicht-traditionell“ Studierende. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit Familienpflichten oder Berufstätige. In der Online-Umfrage wünschte sich jeder zweite einen 50-prozentigen Anteil an zeitlich flexiblen E-Learning-Einheiten.

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Da diese Zielgruppe der „nicht-traditionell“ Studierenden montags bis freitags meist anderen Verpflichtungen nachgeht, beispielsweise Familienangehörige betreut, berufstätig ist oder vielleicht sogar beides miteinander in Einklang bringen muss, entschied sich die Hochschule für ein zeitlich und örtlich flexibles Lehr- und Lernkonzept für die beiden kostenlosen, jeweils zweiwöchigen Kurse. Samstags studierten die 19 Teilnehmer am Rhein-Mosel-Campus, Mittwochs trafen sie sich online, im virtuellen Klassenzimmer und an den übrigen Tagen nutzten sie die zeitlich flexiblen E-Learning-Angebote der Hochschule im Sinne eines selbstverwaltenden Lernens. Von den insgesamt 25 Kursstunden verbrachten die Studierenden so 13 Stunden (52 Prozent) am Campus, fünf Stunden (20 Prozent) zeitlich gebunden in virtueller Präsenz und sieben Stunden (28 Prozent) konnten sie zeitlich und örtlich frei gestalten.

Zum Abschluss führte die Hochschule eine Online-Befragung durch, an der 18 Studierende teilnahmen. Eine der 61 Fragen interessierte die Projektmitarbeiter*innen und Dozent*innen dabei besonders, die Frage nach der Präsenzzeit. Sie sollte gleichzeitig Antwort auf die Frage geben, wie viel zeitliche Flexibilität ein ausgewogenes Kursangebot braucht. Das Spektrum der Wunsch-Präsenzzeiten reichte von 30 bis 85 Prozent. Die Mehrzahl, jeder zweite, wünschte sich einen 50-prozentigen Anteil, also eine um 22 Prozentpunkte größere zeitliche Flexibilität, als in den Pilotkursen angeboten. Eine Ursache sehen die Verantwortlichen in dem knappen Zeitbudget der „nicht-traditionell“ Studierenden.

Die von der Hochschule Koblenz angebotenen Pilotkurse sind Teil des Projekts „work&study“. In der Dokumentation: Teil 2 – Ergebnisse der Hochschule Koblenz unkommentiert, finden Interessierte weitere Informationen: http://www.work-and-study.info/downloads/forschung/workandstudy_Evaluation-Pilotphase_Teil2_Dez-2017.pdf. Am 18. Dezember 2017 veröffentlichen die Verbundpartner auf der Website des Projektes „work&study“ (http://www.work-and-study.info/) neue Zahlen zum Thema.

Das Verbundprojekt „work&study“ Das länder- und hochschulübergreifende Verbundprojekt „work&study“ wird seit Sommer 2014 durch den Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Wettbewerb ist Teil der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“. Sie verfolgt das Ziel, die Bildungschancen aller Bürger*Innen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung des Demografischen Wandels und der wachsenden Bedeutung des Lebenslangen Lernens zu steigern.

Fragen zu den Ergebnissen der Evaluation beantworten: Claudia Hoffmann, Tel.: 0261 9528-951, hoffmann(at)hs-koblenz.de, und Dr. Kerstin Voß, Tel.: 0261 9528-960, voss(at)hs-koblenz.de.