Starke Lieferketten in der Krise – Supply-Chain-Forum brachte Wirtschaft und Wissenschaft zusammen

Explodierende Energie- und Rohstoffpreise, massive Zuliefer- und Bauteilknappheit sowie ganz erhebliche logistische Störungen entlang der gesamten Lieferkette – diese Faktoren prägen heute den industriellen Alltag bis hin zur Kurzarbeit, überall auf der Welt und in fast allen Branchen. Auf dem Supply-Chain-­Forum der Hochschule Koblenz diskutierten rund 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über diese Herausforderungen für eine funktionierende Industrie und tauschten Lösungsansätze für die Praxis aus. Rund 70 Unternehmen aus der Region waren vertreten.

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    Bei der Podiumsdiskussion von links nach rechts: Prof. Dr. Elmar Bräkling, Gerrit Bruns, Dr. Christoph Falk-Gierlinger, Patrick Heisch, Frederik Spiekermann und Prof. Dr. Jörg Lux. (Fotos: Hochschule Koblenz/Frey)

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    Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz

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    Die beiden Initiatoren des SCM-Forum, Prof. Dr. Jörg Lux und Prof. Dr. Elmar Bräkling

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    Dr. Christoph Falk-Gierlinger bei seinem Impulsvortrag

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    Patrick Heisch

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    Frederik Spiekermann

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    Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, hielt ein digitales Grußwort.

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    Die Supply-Chain-Management-Experten Prof. Dr. Jörg Lux...

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    ...und Prof. Dr. Elmar Bräkling haben einen Sechs-Punkte-Plan für die Stärkung von Lieferketten entwickelt. (Fotos: Hochschule Koblenz/Thomas Frey)

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    Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

„Gerade in Zeiten, die hart an die wirtschaftliche Substanz der Unternehmen gehen, ist das Netzwerk aus Politik, erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern sowie aus angewandter Wissenschaft wichtiger denn je“, betonten Prof. Dr. Jörg Lux und Prof. Dr. Elmar Bräkling, die die Veranstaltung an der Hochschule Koblenz initiiert hatten, bei der Begrüßung.

Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Wissenstransfers für die Hochschule Koblenz: „Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere praxisnahen Forschungsergebnisse den Unternehmen zugängig zu machen und somit unseren Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten – mit der Organisation solcher Veranstaltung genauso wie mit individuellen Beratungsleistungen und gemeinsamen Forschungsprojekten“.

In ihrem digitalen Grußwort berichtete Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, unter anderem über die Arbeit des zu Beginn der Pandemie vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufenen Kreises der Netzwerkpartner der Kontaktstelle Lieferketten, bei dem sich Bund, Länder, Kammern und Verbände über die jeweils aktuelle Situation in verschiedenen Branchen wie auch die Gesamtsicht austauschten. „Prozesse zu hinterfragen und Krisenszenarien durchzuspielen ist notwendig, um die Resilienz im Unternehmen zu erhöhen “, so Dick-Walther, „dabei kann die Anpassung der Lieferketten Teil eines digitalen Transformationsprozesses sein, bei dem sich im besten Fall auch Nachhaltigkeitsziele direkt mit umsetzen lassen.“ Den Unternehmen empfahl sie zudem, bei der Gestaltung von widerstandsfähigeren Lieferketten auch auf die Förderprogramme des Landes, wie jenes zur „Implementierung betrieblicher Innovationen“ zurückzugreifen. Ebenso wie das Innovationsprogramm könne auch die „Regionalförderung in strukturschwachen Gebieten“ dazu beitragen, die Produktionsmöglichkeiten auszubauen, zu diversifizieren und sich so unabhängiger von Zulieferern zu machen.

In seinem Impulsvortrag „Lieferketten in der Klein- und Mittelserie im Spannungsfeld von Krisen und Lieferkettengesetz erfolgreich managen“ gab Dr. Christoph Falk-Gierlinger, Geschäftsführer der Continental Engineering Services GmbH, einen Überblick über Ursachen und Herausforderungen bei der aktuellen Lieferkettenproblematik. Er begrüßte den intensiven Austausch auf dieser Veranstaltung: „Die Situationsanalysen und möglichen Lösungswege anderer Unternehmen helfen uns weiter, um unsere eigenen Lieferketten für die Klein- und Mittelserienproduktion in diesen besonders herausfordernden Zeiten bestmöglich zu managen." Das Lieferkettengesetz stehe dabei für ihn keineswegs zur Diskussion: „Schon aus ethisch-moralischer Sicht und im Hinblick auf unsere eigenen Corporate Social Responsibility- und Corporate Governance-Richtlinien unterstützen wir die im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) dokumentierte Initiative des Gesetzgebers und fühlen uns deren Vorgaben absolut verpflichtet.“

Im Laufe der Veranstaltung referierten weitere hochkarätige Wirtschaftsvertreter über die spezifischen Problemlagen und Lösungsansätze in ihrer jeweiligen Branche. So sprach Gerrit Bruns, Produktionsleiter DFH Haus GmbH, über Engpässe und Lösungen beim Rohstoff Holz im Fertighausbau, während Frederik Spiekermann, Leiter Beschaffung der ATOTECH Group, die chemische Industrie ins Visier nahm. Patrick Heisch, Geschäftsführender Gesellschafter Metalquote Informationsdienste GmbH, skizzierte die Herausforderungen von Lieferketten in der Metallindustrie von der Mine bis zum Endprodukt. Die internationale Ebene beleuchtete Robert Huter, der verantwortliche Einkaufsleiter von BOSCH Mobility Solutions in Nord Amerika, in seinem Vortrag über sehr spezifische Ausprägungen der Lieferketten-Thematik und Lösungsansätze aus der regionalen Perspektive. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion, die die Möglichkeiten thematisierte, Erfahrungen aus globalen Märkten in der regionalen Wirtschaft zu nutzen.

In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen verwiesen die beiden Supply-Chain-Experten Prof. Dr. Elmar Bräkling und Prof. Dr. Jörg Lux auf einen Sechs-Punkte-Plan, wie sich Lieferketten managen und gezielt für die Zukunft weitentwickeln lassen. Dazu gehören Transparenz und Agilität in der Beschaffung, die Re-Regionalisierung der Produktion, ein Überdenken der Fertigungstiefe, ein erweitertes Bestandsmanagement sowie eine Flexibilisierung von Transport- und Lagerketten. Sie forderten die Unternehmen auf, sich auch mit ihren individuellen Problemstellungen an sie zu wenden: „Wir haben eine breite Expertise im Haus, auf die Sie gerne zurückgreifen können.“

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