Aktuelles Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck in Koblenz

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Der aktuelle Zeitgeist folgt dem Trend zu einer stärkeren Autorität des Staates in gefühlt zunehmend unsicheren Zeiten. Der Staat reagiert mit einer Verschärfung der Polizeigesetze und Aufrüstung der Sicherheitsbehörden.

Eine einseitige Verschiebung der Balance ausschließlich zugunsten einer scheinbaren Sicherheit kann jedoch zu einer Entfremdung von Staat und Bürger führen. Insbesondere durch vernetzte lokale Arbeit gelingt es, die von der Bevölkerung erwartete staatliche Handlungsfähigkeit zu dokumentieren und einer gesellschaftlichen Spaltung konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen. Sicherheit muss dabei noch deutlicher als geteilte Verantwortung von Sicherheitsbehörden, kommunalen Akteuren sowie dem wichtigsten Partner – der Bevölkerung – ins Bewusstsein gerückt werden.

Diesem Grundsatz folgend, veranstaltete die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz in einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Koblenz, dem Polizeipräsidium Koblenz sowie der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz am 21. März 2019 die dritte Auflage der Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck in Koblenz. Die Gastgeber Friedel Durben, Direktor der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz und Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, durften ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Justiz, Hochschullandschaft, Polizei, Bundeswehr sowie der kommunalen Familie begrüßen.

Als Keyspeaker referierte gleich zu Anfang der Polizeiforscher Prof. Dr. Rafael Behr aus Hamburg zu der Frage, wie sich das Verhältnis von „Sicherheit“ angesichts globaler Verwerfungen und Spannungen verändern wird und wie sich das auf lokale/regionale Sicherheitsempfindungen auswirkt. In sechs Foren tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen aus. Die daraus resultierten Ergebnisse wurden im Gesamtplenum präsentiert und im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion nochmals aufgegriffen.

Trotz terminlicher Bindung ließ sich Innenminister Roger Lewentz nicht nehmen, die Anwesenden mittels einer eingespielten Videobotschaft zu begrüßen. „Diese Sicherheitskonferenz ist enorm wichtig, um miteinander zu diskutieren, was wir gemeinsam zu einer Verbesserung der Sicherheitslage tun können“.

Wie im Jahr zuvor auch, wurde im Rahmen der Veranstaltung der Hochschulpreis „Bürger und Polizei Rheinland-Pfalz“ durch den Vorsitzenden des Freundeskreises der Hochschule der Polizei e.V., Herrn Ernfried Groh verliehen. Als diesjährige Preisträger wurden Polizeikommissarin Miriam Kilian mit dem Thema „Sicherheitsempfinden der gehörlosen Bürger im Raum des Polizeipräsidiums Koblenz“ und Polizeikommissar Alexander Lehmann mit dem Thema „Bezirksdienst 2.0 - Weiterentwicklung bürgernaher Polizeiarbeit im föderalen Vergleich“ ausgezeichnet.

Für Karlheinz Maron, Präsident des Polizeipräsidiums Koblenz, war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Er würdigte alle die mitgewirkt haben, diese Sicherheitsgespräche zu ermöglichen.

Der Direktor der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz, Klaus Weisbrod bedankte sich zum Abschluss bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den regen Austausch und die gewinnbringenden Diskussionen.