Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) Aktuelles

Kita-Finanzierung in Rheinland-Pfalz: mehr oder weniger Geld? - Konsequenzen aus dem Kommunalbericht 2017 des Rechnungshofes-

IBEB-Diskursforum zeigt die unterschiedlichen Perspektiven und die Komplexität des Systems Kindertagesbetreuung auf

Im Kommunalbericht 2017 des Rechnungshofes Rheinland-Pfalz werden u.a. die Aufwendungen für den Betrieb der Kindertagetagestätten in Rheinland-Pfalz beschrieben und vor dem Hintergrund der gesetzlichen Grundlagen bewertet.

Das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) hat im Rahmen eines IBEB-Diskursforums zu einem differenzierten Austausch der verschiedenen Blickrichtungen auf den Bericht eingeladen. Vertreter*innen der kommunalen und freien Träger, des Landkreistages sowie des Gemeinde- und Städtebundes, der Wissenschaft, des Landesjugendamtes und des Ministeriums für Bildung trafen sich in Koblenz.

Zunächst gab der Präsident des Rechnungshofes, Jörg Berres, Einblicke in die Intentionen und die Entstehung des diesjährigen Kommunalberichtes, insbesondere des Prüfbereiches Kindertagesstätten. Berres betonte: „Eine gute Kinderbetreung und damit die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wichtige Ziele. Wir müssen aber auch gleichzeitig an eine wirtschaftliche Umsetzung und Finanzierung durch die hochverschuldeten Kommunen denken. Es kann keine gerechte Lösung sein, dass Personal- und Sachkosten von vielen Kommunen über Kassenkredite und damit durch zukünftige Generationen finanziert werden.“. Nach seinem Vortrag unter dem Titel Erkenntnisse und Folgerungen aus dem Kommunalbericht 2017 aus der Perspektive des Rechnungshofes brachte Dr. Christiane Meiner-Teubner (Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfe-statistik) weitere Impulse aus ihrer fachlichen Expertise ein. In ihrer Kommentierung des Kommunalberichtes 2017 des Landesrechnungshofes RLP zeigte sie anhand einzelner Beispiele die Herausforderungen auf, die mit einer ökonomischen Sicht auf ein soziales Feld entstehen: „Mehr als die Hälfte der Eltern von 1-Jährigen, die einen Kita-Platz wünschen, konnten in Rheinland-Pfalz noch keinen gewünschten Platz finden. Außerdem finden viele Eltern nicht die Betreuungszeiten, die sie brauchen. Unter anderem deshalb irritiert die Forderung nach Einsparungen in diesem Bereich“.

Der sich anschließende Diskurs der Beteiligten beinhaltete weitere Aspekte, die sich vor dem Hintergrund des jeweiligen Arbeitsfeldes ergeben. Es wurde die Notwendigkeit formuliert, im System der Kindertagesbetreuung nicht nur die ökonomischen Bedingungen sondern zugleich den Auftrag der Erziehung, Bildung und Betreuung unter Berücksichtigung von fachlichen Qualitätsaspekten einzubeziehen. Deutlich wurde, dass es weiterer gesellschaftlicher Diskussionen bedarf. Prof. Dr. Armin Schneider, Direktor des IBEB: „Nach unseren Erkenntnissen aus der Praxis sehen Kita-Leitungen in Rheinland-Pfalz sich derzeit vor allem zwei Herausforderungen gegenüber: die Personalnot, bedingt durch einen Fachkräftemangel und hohe Ausfallzeiten und dem ständig wachsenden Verwaltungsaufwand.“ Die komplexen Anforderungen, die sich damit für das System stellen, wurden beim Austausch der unterschiedlichen Perspektiven aller Beteiligten deutlich. Das IBEB wird diesen Diskurs auch in anderen Institutsformaten einbringen.

Pressemitteilung vom 14.11.2017

Ansprechpartnerin: Janina Gerdes, M.A. (0261-9528 266; gerdes)

Kita-Akademie

Diese modular aufgebaute Fortbildungsreihe richtet sich an Kita-Träger und Leitungen, die gemeinsam mit jeweils einem Vertreter*in an dem Lehrgang teilnehmen können. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen der Kommunal-Akademie und dem Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) der Hochschule Koblenz.

Ziel ist die Unterstützung der Träger bei der Verantwortung für das Management und der Umsetzung von Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Nach dem Besuch von 8 der insgesamt 15 Seminar-Modulen kann das Zertifikat „Trägerverantwortung wahrnehmen: Kindertageseinrichtungen managen und ihre Qualitätsentwicklung unterstützen“ erworben werden. Weitere Hinweise zu den Seminaren sowie zum Zertifikat finden sie auf der Homepage der Kommunal-Akademie.

Folgende Seminar-Module werden zum Thema Management und Qualitätsentwicklung von Kindertageseinrichtungen angeboten:

Modul 1: Rahmenbedingungen in der Kinder‐ und Jugendhilfe, 01. & 02.02.2018

Modul 2: Träger und Leitung, 08. & 09.03.2018        

Modul 3: Qualitätsentwicklung, Evaluation und deren Bedeutung für die frühe Kindheit, 26. & 27.04.2018

Modul 4: Modernes Management und Leadership, 24. & 25.05.2018

der Veranstaltungsort aller Module ist Boppard

Veranstaltungsreihe Wissenschaft-Praxis-Transfer (WPT)

In dieser Veranstaltungsreihe informieren Referent*innen der Hochschule Koblenz über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Die kostenfreie Veranstaltungsreihe richtet sich an alle Interessierten aus dem Feld der Kindertagesbetreuung. Weitere Informationen finden sie hier

Die erste Veranstaltung zum Thema: Einblicke in die entwicklungs-psychologische Forschung mit Kindern und die Bedeutung der Fachkraft-Kind-Interaktion findet am 18. Januar 2018 (10:00 – 14:00 Uhr) im IBEB (Karl-Härle-Str. 1, 56075 Koblenz, Raum ST007) statt.

Dokumentation IBEB-Diskursforum Trägerstrukturen

Die Dokumentation des IBEB-Diskursforums zum Thema Trägerstrukturen von Kindertageseinrichtungen am 22.06.2017 in Linkenbach finden Sie hier

III. KiTa-Kongress am 14.09.2017

  • Videoaufzeichnung des Hauptvortrags von Prof. Dr. Gerd Bosbach

  • Videoaufzeichnung des Hauptvortrags von Dr. Christine Meiner-Teubner

Daten, Zahlen, Fakten – Was sagt uns das? Kongress in Koblenz zeigt Chancen aber auch Tücken der Statistik auf

Wie sieht der Fachkraft-Kind-Schlüssel in Rheinland-Pfalz aus? Wie viele Betreuungsplätze gibt es? Für diese und viele weitere Fragen rund um die Kindertagesbetreuung werden in jedem Jahr Statistiken angefertigt. Was aber sagen uns diese Zahlen? Und welche Schlüsse ziehen wir daraus? Diesen Themen widmete sich der III. KiTa-Kongress des Landes Rheinland-Pfalz an der Hochschule in Koblenz, den Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig eröffnete.

Die Pressemitteilung und weitere Informationen finden sie hier