Schwerpunkte Leadership

Sich verändernde Umweltfaktoren (Globalisierung, Diskontinuitäten wie neue Trends, neue Wettbewerber, neue Gesetze etc.) führen zu tiefgreifenden Unsicherheiten für Führungskräfte. Die Innovationszyklen bei Produkten und Dienstleistungen werden immer kürzer, immer mehr und globalere Einflüsse wirken als externe Faktoren auf die Entscheidungsmöglichkeiten der Führungskräfte ein. Sie müssen agieren und reagieren, indem sie die Umweltfaktoren beobachten und ihre eigene Flexibilität und Innovationskraft erhöhen. Gleichzeitig besteht der Auftrag, ihre Mitarbeiter zu motivieren Veränderungen mitzugehen. Hieraus ergeben sich erweiterte Ansprüche an Führungskräfte, die auch emotionale und soziale Kompetenzen verlangen. Dies ist die Brücke zur ethischen Begründung der Führung: Verantwortlichkeit und Vertrauen müssen die Basis modernen Leaderships sein.

Leadership verfolgt folgende Ziele:

// Anerkennung von gleichem Wert und Würde

// Aktives Handeln und Fürsorge

// Persönliche Verantwortung und Rechenschaftspflicht

// Shareholder-Engagement und Dialogführung

// Bedächtigkeit bezüglich globaler Fairness und Gerechtigkeit

// Einschließlichkeit und Eigenverantwortung

// Mitarbeit bei der Förderung von gesundem Leben und menschlichen Fähigkeiten

// Nachhaltigkeit und Verantwortungsübernahme

Sind diese theoretischen Ansätze in der Praxis überhaupt umsetzbar? Kann sich ein integerer Leader in der heutigen Wirtschaftswelt überhaupt durchsetzen? Dies ist ein herausfordernder Diskurs für die Lehre und ein essentieller Baustein für Führungskräfte der heutigen Zeit.

Verantwortete Führung: Führung ist ein zwischenmenschliches Anliegen, das mit viel Sachwissen, aber auch Selbst- und Menschenkenntnis verbunden ist und bleibt. Führung ohne das Wissen um sich selbst und die Wesensart des Anderen bleibt Stückwerk und, in einer zunehmend auf Kooperation und Wissenstransfer eingestellten Welt, fragmentarisch und wenig nachhaltig. Diese Kurseinheit fokussiert aus diesem Grunde hauptsächlich auf die Humankriterien von Führung. Gute Führung schafft Grundlagen einer Zusammenarbeit, die sich im professionellen Kontext vor allem in schwierigen Situationen bewährt und ein stimmiges Verhältnis zwischen persönlichem Interesse am Mitmenschen und einem durch den Beruf bestimmten Arbeitsverhältnis findet.  

Neuroleadership: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die beiden großen wissenschaftlichen Richtungen, die Geistes- und die Naturwissenschaften, wieder einander angenähert. Die interdisziplinäre Verknüpfung dieser Forschungsbereiche hat zu einer regen Diskussion über ein modernes Menschenbild geführt. Konkret ergeben sich aus dieser Annäherung Synergien, die zu neuen Erkenntnissen führen sowie auf Erfahrungen beruhende Handlungsanweisungen fundieren oder widerlegen. Neben der »Neuroökonomie«, dem »Neuromarketing« und der »Neurofinanzierung« gilt ein besonderes Augenmerk dem »Neuroleadership«. Mit dem Begriff »Neuroleadership« wird eine Führungslehre beschrieben, in der die wichtigsten Erkenntnisse der kognitiven Neurowissenschaften in Bezug auf Führung umgesetzt werden. Hierbei gibt es zahlreiche Schnittmengen zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen, so dass Leadership auch unter soziologischen, betriebswirtschaftlichen und psychologischen Aspekten erörtert wird. Die Neurowissenschaften sollen dazu beitragen, diese Erkenntnisse empirisch zu fundieren. Daher müssen auch die Grundfunktionen des menschlichen Gehirns wie Kognition, Lernen und Gedächtnis in ihrer Relevanz für menschliches Handeln thematisiert werden.  

Entscheidungen im betrieblichen Umfeld sind immer stärker von hoher Dynamik, Vernetztheit  und Komplexität geprägt. Das bedeutet, dass der Anteil von Routineentscheidungen bei Führungskräften sinkt und die Anforderungen an die Entscheidungsqualität steigen.

Die Grundlage jeder Entscheidung stellt das Ziel, bzw. das Zielsystem dar, das mit der Entscheidung verfolgt werden soll. Die meisten Entscheidungen, die Führungskräfte zu treffen haben, sind aber Entscheidungen, die Zielsysteme mit konkurrierenden Zielen verfolgen, ohne dass dies den Entscheidenden, wie den von den Entscheidungen Betroffenen, unmittelbar klar sein muss. Insofern hängt die Entscheidungsqualität zu einem großen Teil von der Identifikation von Zielkonflikten und dem Umgang mit konkurrierenden Zielen ab.

Die Kurseinheit thematisiert diese Problematik als notwendigerweise zu klärenden Ausgangspunkt für zielführende Entscheidungen und stellt Instrumente zur Lösung dieses Problems vor.

Im Rahmen ihres Studiums lernen die Studierenden eine breite Palette von betriebswirtschaftlichen Instrumenten kennen, die auf die inhaltlichen Aspekte von Entscheidungsproblemen ausgerichtet sind. Diese Instrumente setzen allerdings im Regelfall eine Informationslage voraus, die in der Praxis in dieser Form nicht gegeben ist. Führungskräfte können Ihre Entscheidung typischerweise nicht bei vollständiger Information treffen, sondern müssen dies unter Unsicherheit tun, weil relevante Informationen nicht existieren oder nicht zeitnah bzw. zu vertretbaren Kosten verfügbar gemacht werden können.

Vor diesem Hintergrund gewinnen die Instrumente der Entscheidungstheorie an Bedeutung, die, in Kombination mit der klassischen betriebswirtschaftlichen Toolbox,  mit Hilfe stochastischer Methoden, die Qualität von Entscheidungen bei schlechter Informationslage verbessern helfen. Die Vorstellung und Anwendung solcher entscheidungstheoretischer Instrumente bildet einen Schwerpunkt der Kurseinheit. Hierbei sollen sowohl einstufige Verfahren als auch Entscheidungsbäume behandelt werden.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind hier die neueren Entwicklungen im Bereich der evolutionären Spieltheorie von besonderem Interesse, da dort die Frage, wie nachhaltige Strategien aussehen könnten, im Mittelpunkt steht und die Bedeutung von Vertrauen zur Senkung von Transaktionskosten beleuchtet wird. Dieser Bereich bildet den zweiten Schwerpunkt der Kurseinheit.

Um in einer komplexen und vernetzten Umwelt erfolgreich agieren und entscheiden zu können, ist es unabdingbar, die Struktur der relevanten Umwelt und die Vernetzung der Systemelemente zu verstehen, um die Reaktion der Umwelt auf die eigenen Entscheidungen antizipieren zu können. Ansätze des systemischen Managements, die solche Fragen thematisieren, bilden einen weiteren Schwerpunkt der Kurseinheit.

Übungsaufgaben vermitteln den Studierenden zwar Grundfertigkeiten in der Anwendung einzelner Instrumente, sind aber notwendigerweise stark unterkomplex, da die Aufgabenstellung bereits stark auf ein Instrument fokussiert ist. Ein Excel-basiertes strategisches Planspiel soll den Studierenden eine praxisnähere Lernmöglichkeit geben. Die Studierenden sollen in der Präsenzphase in miteinander konkurrierenden Gruppen Zielsysteme und Handlungsalternativen entwerfen. Auf diese Weise kann ein realistisches Szenario kooperativ geführter Teams auf wettbewerbsintensiven Märkten entstehen.

Diese Kurseinheit wird für das Wintersemester 18/19 neu konzipiert und beschäftigt sich mit folgenden Inhalten:

  1. Leadership - heute und morgen
  2. Das disruptive Unternehmensumfeld –  Gravierende Veränderungen für Unternehmen  
  3. Das neue Führungsverständnis  
  4. Leadership im Veränderungsprozess  
  5. Aufgaben der Führungskräfte  
  6. Leadership beim Teamaufbau  
  7. Bewertung der Veränderung    

Eine ausführliche Inhaltsbeschreibung folgt noch.  

Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnt das Thema „Diversität“ immer stärker an Bedeutung. Effizientes Diversitätsmanagement beeinflusst zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit oder gar die Überlebensfähigkeit von Organisationen. Das in der Vergangenheit als ‚nice-to-have‘ angesehene Thema entwickelt sich allmählich zu einem strategisch relevanten Ansatz.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird in der Kurseinheit auf die ökonomische Relevanz von Diversität eingegangen. Durch die Einbettung des Themas in das Gesamtkonzept der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, insbesondere Corporate Social Responsibility, soll die strategische Dimension der Problematik besonders betont werden.

Um die Herausforderungen von Diversität zu bewältigen und die Potenziale zu nutzen, ist es wichtig, die Komplexität des Themas zu verstehen. Einen wichtigen Bestandteil der Kurseinheit stellt folglich theoretische Analyse des Einflusses von Diversität auf das Verhalten und auf die Leistung von Individuen, Gruppen und Organisationen sowie Diskussion unterschiedlicher Diversitätsmanagement-Ansätze dar.

In dem praktischen Teil des Kurses wird auf die Besonderheiten ausgewählter Dimensionen (Geschlecht, Alter, Behinderung, kulturelle Herkunft) eingegangen. Durch Analyse von Praxisbeispielen und Fallstudien sowie Entwicklung eigener Konzepte wird der Transfer des erworbenen Wissens in die Praxis unterstützt.

Die Studierenden erwerben Verständnis für die ökonomische Relevanz von Diversität und Diversitätsmanagement. Sie werden dazu befähigt, die Problematik von Diversität aus mehreren Perspektiven und auf mehreren Ebenen zu analysieren. Sie kennen verschiedene Ansätze von Diversitätsmanagement und sind imstande, diese kritisch zu würdigen.

Diese Kurseinheit bietet einen Methodenkoffer von Führungstechniken im Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation, der Führungskräfte dabei unterstützen soll, ihr Wissen in der alltäglichen Unternehmenspraxis leicht umsetzen zu können. Die Studierenden lernen, vertiefen oder üben „kommunikative Vorfahrts- und Geschwindigkeitsregeln“, mit denen sie als Führungskraft erfolgreich und zielführend Gespräche führen können, um ins- besondere regelmäßig wiederkehrende ‚schwierige‘ Situationen zu meistern. 

Nach dem Studium dieser Kurseinheiten sollten Sie

  • eine kommunikative Methodenkompetenz und einen Überblick über Gesprächstechniken, die insbesondere im Führungsalltag regelmäßig Anwendung finden können, erlangt haben.
  • Verständnis für das kommunikative Verhalten der Mitarbeitenden bekommen, um diese in möglichst vielen Situationen zielorientiert führen zu können.
  • ein kommunikatives Handwerkszeug erlangen, was insbesondere dann notwendig ist, wenn die Kommunikation mal nicht so läuft, wie Sie als Führungskraft es geplant haben.
  • bei Konflikten oder in Krisensituationen der Mitarbeitenden oder des Unternehmens in der Lage sein, als Führungskraft der Belegschaft Orientierung und Verhaltenssicherheit über den Weg der Kommunikation zu vermitteln.

In der Kurseinheit werden die wichtigsten Rahmenbedingungen, die eine Karriere beeinflussen, dargestellt.
Hierzu werden entsprechende Theorien und Modelle beschrieben, die Ansätze der Assessment- Verfahren und Eignungsdiagnostik dargestellt und anhand von Kriterien beurteilt. Anhand individueller Strategien werden diese Ansätze zusammengeführt und gebündelt.

Eine wesentliche Determinante der Motivation und Gesundheit von Mitarbeitern ist das Führungsverhalten von Vorgesetzten. Gesundes Führungsverhalten beinhaltet sowohl kommunikative Aspekte im direkten Umgang mit den Mitarbeitern als auch eine Planung und Organisation der Arbeit, die die Erhaltung und Förderung von Gesundheit als eine Zielgröße im Auge behält.

Führungskräfte bekommen in dieser Kurseinheit Hintergrundwissen und Konzepte eines gesundheitsgerechten Führungsverhaltens vermittelt. Ebenso werden die wichtigsten Grundprinzipien eines umfassenden, nachhaltigen und effektiven betrieblichen Gesundheitsmanagements dargestellt, da gesundheitsgerechtes Führen zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Aspekt des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist.

In der Präsenzphase werden neben der Diskussion der theoretischen Ansätze praxisnahe Übungen zur Gesprächsführung trainiert.

In Zuge der fortlaufenden Professionalisierung von Führungskräften gewinnt die Führungs- und Gesprächskompetenz eine immer höhere Bedeutung. Hierbei ist der Ansatz des Coachings ein Weg dazu, sich diese Kompetenz zu erwerben. Dabei hat sich besonders im Coaching das sys-temisches Denken und Handeln in den letzten Jahren im Rahmen von Managementprozessen wie z.B. Führungs- oder Organisationsentwicklungsprozesse als besonders wirksam herausge-stellt. Der coaching bzw. systemische Ansatz bezieht seine Grundlagen aus verschiedenen Wissenschaften, u.a. Kommunikationstheorie und Konstruktivismus. Aus diesen Quellen hat sich eine Vielzahl praktischer Methoden entwickelt, die für Lösungen von Problemen in sozialen Systemen (Unternehmen oder Institutionen) ausgesprochen nützlich sind. Zudem nutzen Füh-rungskräfte nicht nur (externe) Coaches, sondern treten selbst auch als solche auf. Im Modul »Leadership« bildet Coaching daher den Abschluss. In unserem Seminar bietet sich die Gelegenheit für die Studierenden, einen Einblick in die Methoden und Instrumente des Coachings zu erhalten, um ihr Agieren selbstreflexiv zu beurteilen. Um das zu erreichen, wer-den praktische Selbsterfahrungsübungen sowie Gesprächsführungsübungen durchgeführt.