Aktuelles Sommeruni für weibliche Flüchtlinge begeisterte mit vielen Workshops und Laborführungen

Mit der Übergabe der Teilnahmezertifikate und einem äußerst positiven Fazit ist die Kursphase der ersten MINT-Sommeruni für weibliche Geflüchtete an der Hochschule Koblenz zu Ende gegangen. In den vergangenen drei Wochen konnten die 15 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 19 und 35 Jahren in zahlreichen Workshops, Laborbesuchen und Führungen sowie im Rahmen von Beratungsgesprächen die Möglichkeiten eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums ausloten. Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1622 geförderte Vorhaben „Frauen in MINT – Neue Chancen für weibliche Flüchtlinge. Sommeruniversitäten im Ingenieurwesen an der Hochschule Koblenz“ wird von dem Gleichstellungsbüro der Hochschule Koblenz organisiert.

Zentrales Ziel des Vorhabens ist es, weibliche Fachkräfte für die akademischen Berufsfelder im MINT-Bereich zu gewinnen, also in den Branchen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. Im Rahmen der Kursphase der Sommeruni an der Hochschule Koblenz lernten die Frauen vor allem den RheinMoselCampus in Koblenz sowie den WesterWaldCampus in Höhr-Grenzhausen kennen.

Begonnen hatte die MINT-Sommeruni mit einem ganztägigen Seminar über deutsche Kultur und Sprache sowie mit einer Einführungsveranstaltung, bei der die jungen Frauen sich über den großen Bedarf des Arbeitsmarktes an Fachkräften im MINT-Bereich und über die damit auch für weibliche Beschäftigte verbundenen Chancen und Perspektiven informieren konnten. Am WesterWaldCampus in Höhr-Grenzhausen hatten die Frauen anschließend zwei Tage lang Zeit, die Fachrichtung „Werkstofftechnik, Glas und Keramik“ zu erkunden.

Am RheinMoselCampus lag der Schwerpunkt der Kursphase auf verschiedenen MINT-Kursen und -Übungen, die geflüchteten Frauen den Einstieg in ein MINT-Studium oder einen MINT-Beruf erleichtern. Ergänzend hierzu erhielten die Teilnehmerinnen eine Haus- und Bibliotheksführung sowie Erklärungen zum digitalen Hochschul- und Bibliothekssystem. Zudem konnten sie hier die Labore des Maschinenbaus, des Bauingenieurwesens sowie der Elektro- und Informationstechnik erkunden. Zum Programmpunkt gehörte auch das Basteln eines Diodenmännchens, das die Frauen unter Anleitung von Prof. Dr. Johannes Stolz mit einem USB-Anschluss versahen und so zum Leuchten bringen konnten. Unterstützt wurden sie dabei auch von den beiden Tutorinnen Amira Zaidan und Atiye Yildirim sowie von Tutor Lucas Barz. Nach Abschluss der dreiwöchigen Kursphase der Sommeruni beginnen die Frauen nun Praktika in verschiedenen MINT-Unternehmen.

Amira Zaidan, arabisch sprechende Studentin der Sozialen Arbeit, half während der Sommeruni vor allem bei Verständigungsproblemen. „Die Frauen konnten sich schon sehr gut verständigen, nur bei der Fachsprache fehlte manchmal der richtige Begriff.“ Zwei der Frauen stammten aus dem Iran, die übrigen waren aus Syrien geflüchtet. Die meisten hatten dort bereits einen technischen Studiengang belegt oder sogar schon abgeschlossen. So gehörten beispielsweise eine Biologin, eine Informatikerin und eine Masterabsolventin der Verfahrenstechnik zu der Gruppe. Hinzu kamen einige junge Frauen, die unmittelbar nach dem Schulabschluss geflüchtet waren. Diese Teilnehmerinnen erhofften sich durch die Teilnahme an der MINT-Sommeruni einen Zugang zu einem technischen Studium.

Darüber hinaus sahen die Frauen mit beruflicher Vorerfahrung laut Amira Zaidan in dieser MINT-Sommeruni eine große Chance, sich hier beruflich neu zu orientieren, über das Praktikum Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen und eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu finden. Zudem hätten sie – die meisten haben Kinder – gerne die Gelegenheit genutzt, sich im Rahmen der MINT-Sommeruni über die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von ingenieurwissenschaftlichen Berufen und Familie sowie über finanzielle Unterstützungsangebote zu informieren.