Presse Unternehmen, Kammern und Verbände tauschten sich über duale Studienangebote aus

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Ein duales Studium verbindet den hohen Praxisbezug einer Berufsausbildung mit dem wissenschaftlichen Anspruch eines akademischen Studiums. Kein Wunder also, dass diese Studienform sowohl bei den Studierenden als auch in der Wirtschaft immer beliebter wird. Aus diesem Grunde nutzten über 50 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Kammern und Verbänden die Gelegenheit, sich bei einer Veranstaltung der Hochschule Koblenz am RheinMoselCampus in Vorträgen, Diskussionen und persönlichen Gesprächen über die Möglichkeiten und Vorteile des dualen Studiums zu informieren. Dieses Forum bot auch den idealen Rahmen, sich über Erfahrungen und Anforderungen an zukünftige duale Studiengänge auszutauschen.

  • Von links: Prof. Dr. Jens Hermsdorf (Hochschule Worms), Bernhard Meiser (IHK Koblenz),Prof. Dr. Hans-Christoph Reiss (Duale Hochschule RLP), Prof. Dr. Fabian Tjon (Technische Hochschule Mittelhessen), Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran (Hochschule Koblenz) und Ulrike Nehrbaß (SWR)

  • Viele Vertreter von Unternehmen, Kammern und Verbänden waren der Einladung an den RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz gefolgt

  • Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz

„Wir haben den politischen Auftrag, das duale Studium zu stärken und auszubauen. Um sämtliche Ressourcen dafür zu nutzen, müssen wir an einem Strang ziehen“, betonte Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, der sich über den großen Zuspruch sehr freute. Prof. Dr. Daniela Braun, Vizepräsidentin für Lehre und Diversity, stellte die neu erschienene Broschüre mit dem bisherigen dualen Studienangebot der Hochschule Koblenz vor. Sie lud die Anwesenden dazu ein, ihre Wünsche und Bedürfnisse für weitere duale Studienangebote zu formulieren.

Welche Möglichkeiten sich den Unternehmen bieten, machten die vier Impulsvorträge von Experten rund um das duale Studium deutlich. Prof. Dr. Jens Hermsdorf, Präsident der Hochschule Worms und derzeitiger Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz RLP, bekannte sich dazu, ein „glühender Verfechter des dualen Studiums“ zu sein und warb insbesondere bei den anwesenden Unternehmen und Kammern dafür: „Das ist ein brillantes Instrument zur Gewinnung und zum Halten von Nachwuchskräften!“ Ein solches Angebot erhöhe die Attraktivität des Arbeitgebers. Dual Studierende würden auch nur in ganz seltenen Fällen ihr Studium abbrechen. Sie seien in der Regel besonders engagiert und leistungsorientiert. „Daher ist es wichtig, dass die Unternehmen diese Studierenden auch in ihren Praxisphasen mit komplexen Tätigkeiten betrauen“, so Hermsdorf, „zudem brauchen diese Studierenden einen konkreten Ansprechpartner im Unternehmen“.

Prof. Dr. Hans-Christoph Reiss, Geschäftsführer der Dualen Hochschule Rheinland-Pfalz, appellierte an die Unternehmen, das Beratungsangebot seiner Institution anzunehmen und den Schritt hin zu einem dualen Studienangebot zu wagen: „Die verschiedenen Modelle dualen Studierens in Rheinland-Pfalz sind sehr heterogen – zögern Sie bitte nicht, sich von uns beraten zu lassen.“ Der bürokratische Aufwand sei überschaubar: Benötigt würden ein Kooperationsvertrag mit der Hochschule und ein Ausbildungsvertrag mit dem Studierenden. Da duale Studiengänge immer einen starken regionalen Bezug haben, begrüßte Reiss zudem die Pläne der Hochschule Koblenz, Außenstellen in der Nähe der kooperierenden Unternehmen einzurichten.

Bernhard Meiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung IHK Koblenz, betonte die wachsende Bedeutung des dualen Studiums vor dem Hintergrund eines sich verändernden Marktes: „Wir von der IHK Koblenz fühlen uns verpflichtet, den Unternehmen der Region Antworten auf den Fachkräftemangel zu bieten, die richtigen Impulse zu geben.“ Und dazu gehöre die Förderung dualer Studienangebote, die keinesfalls als Konkurrenz zu der beruflichen Ausbildung zu sehen sei. Aus diesem Grund habe sich die IHK Koblenz auch dazu entschlossen, eine entsprechende Stiftungsprofessur im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften einzurichten.

Prof. Dr. Harald Danne, Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium an der Technischen Hochschule Mittelhessen, berichtete vom dualen Studienangebot seiner Hochschule, die derzeit mit 740 Unternehmen kooperiere. „Es hat sich bewährt, gemeinsam mit den Unternehmen passgenaue Studiengänge zu entwickeln“, so Danne. Darüber hinaus stärkten regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen, an denen auch die dual Studierenden teilnähmen, die Vernetzung aller Akteure.

Nach den Impulsvorträgen sorgte eine von Ulrike Nehrbaß (SWR) gekonnt moderierte Podiumsdiskussion für einen regen Austausch und viele Anregungen aus dem Publikum. Beispielsweise sah Dr.-Ing. Klaus Siekmann, Mitglied im Vorstand der Ingenieurkammer, die immer komplexer werdenden Produktionsprozesse und die dafür benötigten hochqualifizierten Mitarbeiter als wichtiges Argument für ein duales Studienangebot.

Um ihren Willen zum Ausbau des dualen Studiums zu bekräftigen, hatten die sieben Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes gemeinsam mit der Dualen Hochschule Rheinland-Pfalz, den Kammern sowie mit dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Herbst letzten Jahres eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Zeitgleich hatte die Hochschule Koblenz eine „Koordinationsstelle duales Studium“ eingerichtet, die als Bindeglied zwischen den Fachbereichen, den Unternehmen und weiteren Beteiligten fungiert.

In diesem Sinne war diese Veranstaltung als Auftakt für einen regelmäßigen Austausch zwischen den Akteuren des dualen Studiums zu sehen, wie Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran in seinem Schlusswort bekräftigte: „Als größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz sehen wir uns in der Verantwortung, den Diskussionsfaden nun nicht mehr abreißen zu lassen, mit den Unternehmen der Region maßgeschneiderte duale Angebote zu entwickeln und damit unseren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.“

Informationen rund um das duale Studium an der Hochschule Koblenz, die sich sowohl an Unternehmen als auch an Studieninteressierte richten, finden sich auf der neuen Homepage www.hs-koblenz.de/koordination-duales-studium.