Presse Sport verbindet – Integrationsturnier mit Geflüchteten

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Erstes Integrationsturnier des Bonner SC in Kooperation mit dem Bereich Sprachen/Internationales am RheinAhrCampus der HS Koblenz

Bonn/Remagen. Anfang Juni begannen um 11 Uhr die lange geplanten Fußballspiele und die aufwändig organisierte Jobbörse für Geflüchtete direkt auf und neben dem Sportplatz des Bonner SC an der Josefshöhe in Bonn. Lebhafte Gespräche zwischen den Gästen aus unterschiedlichsten Kulturen lagen an diesem Tag von Anfang an in der Luft- ganz ohne Berührungsängste. Passend zum Motto des 30. Jubiläumsjahrs des studentischen Austauschprogramms Erasmus+ „Wer sich bewegt, bewegt Europa!“, hatten Studierende des RheinAhrCampus Remagen ein Event konzipiert, das Geflüchtete durch Bewegung integrieren sollte. Und das Konzept ging voll auf! Der Fußball erwies sich dabei als spannendes Mittel, um die noch existierenden Unsicherheiten aufgrund kultureller Unterschiede und sprachlicher Hindernisse abzubauen. Rund 80 -100 Flüchtlinge, sowie einige Bonner Schüler und viele Ehrenamtliche vom RheinAhrCampus nahmen am Turnier teil. „Besonders stolz war ich darauf, dass meine Studierenden es durch gute Konzepte wirklich geschafft haben, für die Geflüchteten ein Fußballevent zu organisieren, das sichtbar für ein paar Stunden die bedrückenden Erinnerungen an Verfolgung und Not in den Heimatländern überlagerte und bei dem der geteilte Spaß am deutschen Nationalsport die Gemeinsamkeit zwischen Syrern, Afghanen, Somaliern, Deutschen und anderen Spielern im Mittelpunkt stand und ein Strahlen auf die jungen Gesichter brachte“, sagte Dr. Laurent Borgmann, Leiter des Büros Sprachen/ Internationales am RheinAhrCampus. Im Rahmen seines Seminars „International Business Simulation“ wurde die studentische Agentur „Comm:UNITY“ gegründet, die diese Begegnungen geplant und organisiert hatte. Nach fast vier Stunden Fußball und einem nervenaufreibenden 11-Meter-Schießen stellte sich das Geflüchteten-Team aus Remagen schließlich als Sieger heraus. Doch das Gewinnen stand längst nicht mehr im Vordergrund, sondern vor allem die gemeinsamen Werte wie Fairness, Teamgeist und der Spaß am Spiel. Um dabei gleichzeitig auch die berufliche Integration voranzutreiben, wurde parallel zum sportlichen Turnier eine Jobbörse veranstaltet. Dort boten Informationsstände verschiedener Unternehmen Auskünfte über Jobmöglichkeiten. DHL, IHK, die Agentur für Arbeit und die KAUSA Servicestelle Bonn/Rhein-Sieg zeigten mit ihrer Teilnahme an diesem Samstagnachmittag ihr Interesse an den Geflüchteten und ihr starkes gesellschaftliches Engagement. Das rege Interesse am Informations-Angebot zeugte umgekehrt vom Willen der Geflüchteten, ihre Kompetenzen und Erfahrungen in ihrer neuen Heimat weiterzuentwickeln und einzubringen. Mit einer „Playercard“ konnten sowohl für die Teilnahme am Fußballspiel, als auch für den Besuch an den Informationsständen und beispielsweise das Einrichten einer beruflich verwertbaren, professionellen E-Mail-Adresse Punkte gesammelt werden. So wurde die Barriere zur Kontaktaufnahme für die Flüchtlinge elegant gesenkt und etwa 60 Flüchtlinge beteiligten sich eifrig an den gebotenen Aktivitäten. Zusammenfassend war es ein rundum gelungener Tag für alle Beteiligten, egal ob Veranstalter, Helfer, Zuschauer oder Teilnehmer. Der Fußball konnte nicht nur ein wenig Leichtigkeit in den Alltag der Flüchtlinge zurückbringen, sondern brachte auch die Menschen unterschiedlichster Kulturkreise spielerisch zusammen. Und da die Spaß-Aktivitäten das Event zum Erlebnis für die gesamte Familie machten, waren unter den Aktiven und Preisträgern auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. So führte der Integrations-Cup nicht nur verschiedene Nationen und Kulturen, sondern auch mehrere Generationen zusammen, wie Nils Holzmann als Mitglied des Bonner SC und Bindeglied zum Projektteam am RheinAhrCampus begeistert feststellte. Garima Ujjainia, Austauschstudentin aus Indien fasste weiter zusammen: „Es war schon spannend, im Kurs International Business Simulation zusammen mit anderen Studierenden aus acht verschiedenen Nationen die Konzepte und die Logistik zu entwickeln, damit dieses Event für insgesamt ca. 200 Menschen zusammen mit dem Bonner SC die angestrebten Ziele erreichte.“ Die Austauschstudentin hatte in dem Projekt für 12 Wochen die Position der Leiterin des Event-Teams übernommen.